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 <title>Leben mit Usher-Syndrom - gentherapie</title>
 <link>http://archiv.leben-mit-usher.de/tags/gentherapie</link>
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 <language>de</language>
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 <title>Neuerscheinung Buch zum Usher-Syndrom</title>
 <link>http://archiv.leben-mit-usher.de/artikel/neuerscheinung-buch-zum-usher-syndrom</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; property=&quot;content:encoded&quot;&gt;&lt;h2&gt;
	Expertenwissen zum Usher-Syndrom&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
	Das &lt;strong&gt;Fachbuch zum Usher-Syndrom&lt;/strong&gt; vereint das Wissen der relevanten Fachdisziplinen. ExpertInnen aus Medizin, Psychologie und Pädagogik vermitteln die Grundlagen dieser Hörsehbehinderung, ihre Ausprägungen und Symptome sowie innovative Therapieansätze und Hilfsangebote. Themenbereiche sind u. a. die aktuelle molekular- und humangenetische Forschung, invasive Methoden sowie Aspekte der visuellen, auditiven, taktilen und vestibulären Wahrnehmung. Spezifische Hilfsmittel und Möglichkeiten professioneller Begleitung werden vorgestellt und diskutiert. Dabei finden Taubblindenassistenzen, Wohnprojekte und Mobilitätstrainings ebenso Berücksichtigung wie Formen der Selbsthilfe und die Perspektive von Betroffenen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	&lt;em&gt;Horsch, Ursula / Wanka, Andrea (Hrsg.)&lt;/em&gt;&lt;img alt=&quot;Titelbild Buch Leben mit Usher-Syndrom&quot; src=&quot;http://archiv.leben-mit-usher.de/img/buchus.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Das Usher-Syndrom – eine erworbene Hörsehbehinderung&lt;br /&gt;
	Grundlagen – Ursachen – Hilfen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	2012. 235 Seiten. 40 Abb. 5 Tab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	(ISBN 978-3-497-02329-5) kt&lt;br /&gt;
	€ [D] 29,90 / € [A] 30,80 / SFr 40,90&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	&lt;strong&gt;Autoreninformation&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	Prof. Dr. Ursula Horsch lehrt Hörgeschädigten-&lt;br /&gt;
	und Frühpädagogik an der Pädagogischen&lt;br /&gt;
	Hochschule Heidelberg. Dr. Andrea Wanka,&lt;br /&gt;
	Gehörlosen- und Blindenpädagogin, ist&lt;br /&gt;
	Beauftragte für Taubblindheit und&lt;br /&gt;
	Hörsehbehinderung, Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn und Lehrbeauftragte a.d. Pädagogischen Hochschule Heidelberg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	Einige AutorInnen der Beiträge im Buch und eine der Herausgeberinnen sind Mitglieder des Vereins Leben mit Usher e.V.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;h2&gt;
	Inhaltsverzeichnis&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
	Externer Link&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.reinhardt-verlag.de/_pdf_media/inhalt02329.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.reinhardt-verlag.de/_pdf_media/inhalt02329.pdf&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Leseprobe&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
	Externer Link&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.reinhardt-verlag.de/_pdf_media/leseprobe02329.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.reinhardt-verlag.de/_pdf_media/leseprobe02329.pdf&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;h2&gt;
	Rezension: „Das Usher-Syndrom – eine erworbene Hörsehbehinderung“&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
	&lt;em&gt;Von Christiane Schmidt&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das erste Fachbuch zum Usher-Syndrom in deutscher Sprache war lange überfällig. Neue Forschungsergebnisse, Fortschritte in der Rehabilitation und allgemeine Informationen waren bisher sehr verstreut und oft nur in englischer Sprache aufzufinden. Die beiden Herausgeberinnen Ursula Horsch und Andrea Wanka führen zahlreiche Beiträge in vier Themenkomplexen zusammen: Grundlagen und neue Entwicklungen im medizinischen Bereich, pädagogische und psychologische Perspektiven und Unterstützungsmöglichkeiten sowie Erfahrungsberichte der Betroffenen selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das Fachbuch richtet sich sowohl an medizinisches und pädagogisches Fachpersonal als auch an Betroffene und ihre Angehörigen. Für die thematisch sehr breit gefächerten und sich einander ergänzenden Beiträge konnten die Herausgeberinnen profilierte Fachleute und engagierte Betroffene gewinnen. Ganz gleich, ob Details der Usher-Genmutationen, die taktile Gebärdensprache oder persönliche Erlebnisse verschiedener Betroffener im Vordergrund stehen - den Autoren gelingt die Gratwanderung zwischen der Vermittlung notwendiger Fachinformation samt einschlägigen Fachbegriffen und einer klaren, verständlichen und flüssigen Sprache. Gerade die gut aufbereiteten medizinischen Fachbeiträge bilden so die Grundlage für die spannenden Informationen zu den neuesten Entwicklungen bei Retina-Implantaten oder CI-Versorgung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Als Angehöriger und medizinisch nicht vorgebildeter Laie kann man allerdings problemlos direkt zum pädagogischen und psychologischen Teil blättern, bevor man sich der klinischen Seite des Usher-Syndroms zuwendet. Themen wie Taubblindenassistenz, Angebote zum Mobilitätstraining oder die Usher-Sprechstunde an der Charité in Berlin tangieren direkt die Fragestellungen und Bedürfnisse der betroffenen Familien. Sämtliche Beiträge in beiden Kapiteln geben sehr übersichtlich Auskunft über die aktuell verfügbaren Möglichkeiten der Unterstützung im Alltag, im Familienleben und im Beruf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Besonders wertvoll für die lebenspraktischen Fragen sind die Beiträge der Betroffenen selbst. Von der Entwicklung der Selbsthilfe über die christliche Seelsorge bis hin zu sehr persönlichen Schilderungen reichen die Themen. Bei aller emotionalen Wirkung gleiten die Autoren nie in übertrieben mitleidserregende oder intime Schicksalserzählungen ab. Stattdessen haben sie eine erfrischende Mischung aus Nüchternheit und Humor getroffen, die zeigt, wie mutig und lebensfroh Betroffene mit der Diagnose Usher-Syndrom umgehen. In zwei Beiträgen werden zudem Lebenssituation, Netzwerke und Unterstützungsmöglichkeiten für Usher-Betroffene in Österreich und der Schweiz vorgestellt, ein Muss für ein deutschsprachiges Grundlagenwerk.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis und ein Sachregister helfen beim direkten Einstieg. Nahezu jeder Beitrag beinhaltet Literaturhinweise und fachliche Quellen, so dass interessierte Leser ohne Weiteres ihr Wissen vertiefen können. Die Tatsache, dass der größte Teil der zitierten Literatur auf Englisch erschienen ist (zumindest im medizinischen Teil), macht noch einmal deutlich, wie wichtig und notwendig dieses Buch für die Usher-Gemeinde im deutschen Sprachraum sein wird. Neben der gedruckten Ausgabe bietet der Reinhardt-Verlag auch eine e-Book-Version zum gleichen Preis an. Besonders für die Betroffenen selbst bietet der elektronische Text im PDF-Format viele Vorteile gegenüber dem gedruckten Buch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Mit &quot;Das Usher-Syndrom – eine erworbene Hörsehbehinderung&quot; ist den Herausgeberinnen ein Werk gelungen, das Fachkräfte und Laien gleichermaßen als Leser ernst nimmt und ihnen wertvolles Wissen zum Usher-Syndrom vermittelt. Da sowohl in der Forschung als auch in Gesellschaft und Politik in den nächsten Jahren zweifellos weitere Fortschritte erzielt werden, gibt es hoffentlich zu gegebener Zeit eine zweite Auflage. Darin könnten neben den Neuerungen in den genannten Bereichen auch Themen wie sozialrechtliche Aspekte, Berufseinstieg und Berufsleben sowie aktuelle Forschungsarbeiten noch stärker berücksichtigt werden.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;h2&gt;
	Tipp&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
	Wenn Sie das Buch über das Internet kaufen möchten, haben Sie die Möglichkeit, unseren Verein durch eine Spende in Form einer Verkaufsprovision zu unterstützen, ohne mehr bezahlen zu müssen.&lt;br /&gt;
	Bitte benutzen Sie dazu unten stehenden Link, danach wählen Sie einen Büchershop aus (z.B. buch/buecher/libri oder amazon)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	Externer Link&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.shop2help.net/orgportal.php?orgid=2051&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;strong&gt;http://www.shop2help.net/orgportal.php?orgid=2051&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://archiv.leben-mit-usher.de/content/herzlich-willkommen&quot;&gt;zurück zur Startseite&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/buch&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;buch&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/2&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Usher-Syndrom&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/grundlagen&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;grundlagen&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/forschung&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;forschung&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/ursachen&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;ursachen&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/hilfen&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;hilfen&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/therapieansaetze&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;therapieansätze&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/gentherapie&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;gentherapie&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/molekulargenetische&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;molekulargenetische&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/therapie&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;therapie&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 03 Dec 2012 15:00:04 +0000</pubDate>
 <dc:creator>chrissie</dc:creator>
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<item>
 <title>Genanalyse des Usher-Syndroms</title>
 <link>http://archiv.leben-mit-usher.de/artikel/genanalyse-des-usher-syndroms</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; property=&quot;content:encoded&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Bericht von Dr. Hans-Jürgen Krug&lt;/em&gt; (Stand: 03.2011)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das zumeist rezessiv vererbte Usher-Syndrom macht etwa 50% aller Fälle von Taubblindheit aus. Bislang wurden dafür neun Gene für die monogene Erkrankung und eine Kombination für eine bigenische Variante identifiziert, wobei man inzwischen davon ausgeht, das damit etwa 80% aller verantwortlichen Gene bekannt sind.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;3 Usher-Unterformen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Auf die drei eingeführten klinischen Unterformen des Syndroms verteilen sich die Gene wie folgt:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Usher-Typ 1 (Gehörlosigkeit mit progredienter Retinitis Pigmentosa RP): fünf Gene (USH1C, MYO7A, CDH23, PCDH15 und USH1G)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Usher-Typ 2 (früh einsetzende, aber nahezu konstante Schwerhörigkeit mit fortschreitender RP): drei Gene (USH2A, GPR98, DFNB31)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Usher-Typ 3 (progrediente Schwerhörigkeit und fortschreitende RP): ein Gen (CLRN1)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Dazu kommt noch eine bigenische Vererbung für einen klinischen Usher 2–Befund. Mit dieser relativ geringen Zahl ist die Situation für Forschung und Therapie weit übersichtlicher als bei den reinen Netzhautdegenerationen mit inzwischen gut 120 festgestellten Genen. PD Dr. Hanno Bolz von Humangenetischen Institut in Köln und vom Bioscientia-Zentrum für Humangenetik Ingelheim hat sich als Schüler von Prof. Andreas Gal schon seit einer Reihe von Jahren mit der Genetik des Usher-Syndroms befasst und seine Ergebnisse bereits mehrfach in unserer Vereinigung vorgestellt. Zusammen mit Anne-Francoise Roux aus Montpellier verfasste er unlängst zu diesem Thema eine Übersichtsarbeit im „European Journal of Human Genetics“, sein Vortrag vor der Berliner RG am 16.4.2011 richtete den Fokus auch auf die derzeit aufkommenden schnellen und hochparallelen Sequenziermethoden („Next-Generation-Sequencing“), die an seinem Ingelheimer Institut als Pionierleistung eingeführt und eine durchgehende Genentschlüsselung innnerhalb weniger Tage ermöglichen und dabei für einen Routinebetrieb hinreichend kostengünstig sein werden.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Usher-Datenbank in Frankreich&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Derzeit sind im Regelfall die Sequenzierungen noch aufwendig und auch mit einigen Tausend Euro kostspielig. Als Brückentechnologie haben sich auch die von der &lt;a href=&quot;http://www.pro-retina.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;PRO RETINA&lt;/a&gt; geförderten „Genchips“ erwiesen, die eine Vielzahl von bekannten und statistisch relevanten Netzhaut- oder Usher-Genmutationen detektieren und eine genetische Grundeinstufung der Patienten ermöglichen. Auf dieser Basis kann im Anschluss eine Nachsequenzierung zur Bestimmung der konkreten Genmutation oder weiterer Defekte erfolgen. Liegen keine Chipresultate vor oder fällt der Gendefekt aus dem voreingestellten Chip-Raster heraus, erfolgt eine Genanalyse an den Orten der zumeist betroffenen Usher-Gene, jeweils in der Reihenfolge der erwartbaren Häufigkeit. Hilfreich ist dabei ein Abgleich mit einer in jahrelanger Forschungsarbeit gewachsenen Datenbank in Montpellier mit allen bislang bekannten Usher-relevanten Genmutationen.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;5000 Usher-Betroffene in Deutschland&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Usher-Syndrom in allen klinischen Formen tritt weltweit mit einer Häufigkeit von etwa 1:25000 auf; Schätzungen gehen deutlich darüber hinaus. Da bislang nur die Daten aus Regionen mit einem hohen Erfassungsgrad vorliegen, wie sie beispielsweise aus dem Umfeld von Augen- oder HNO-Kliniken in den USA, Skandinavien oder Deutschland stammen, ist eine flächendeckende Hochrechnung schwierig. In einigen Siedlungsgebieten der Erde gibt es zudem Häufungen der gleichen Mutation, die aus einer Inzucht innerhalb geschlossener Populationen aus wenigen Ursprungsfamilien beruhen (sog. Gründermutationen), wie bei Quebecern, Aschkenasi-Juden oder Akadiern aus dem Süden Louisianas). Aber gerade solche archaischen Familienstammbäume haben die Genforschung durch ihre feststehenden Mutationen deutlich vorangebracht. In Deutschland geht man von insgesamt 5000 Usher-Betroffenen aus, von denen aber nur etwa 10% als solche klinisch erfasst sein dürften, was die Dringlichkeit einer zentralen Usher-Datenbank deutlich macht.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Große Streuung bei Schweregrad und Verlauf&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Trotz der vergleichsweise übersichtlichen Zahl der identifizierten Usher-Gene gibt es eine weite Streuung der Schweregrade und des Verlaufes der Erkrankung, selbst unter betroffenen Geschwisterkindern. Verantwortlich für diese Variablilität ist zunächst das breite Mutationsspektrum innerhalb der Gene. Darüber hinaus beeinflussen aber selbst bei gleichen Mutationen noch weitere Faktoren, wie insbesondere genetische Modifikatoren (d.h. Gendefekte an anderen Orten) den Krankheitsverlauf gravierend, wobei es verschiedentlich zu Überschneidungen der klinischen Unterformen des Usher-Syndroms kommen kann. Bei bestimmten Mutationstreffern in Usher-Genen zeigt sich zuweilen sogar im Extremfall nur eine isolierte Gehörlosigkeit oder nur eine reine RP.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Argumente für Genanalyse&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Welche Bedeutung können nun Genanalysen bei Usher-Betroffenen schon heute haben, auch wenn – wie bei anderen und häufigeren Netzhautdegenerationen – noch keine Therapie daraus abgeleitet werden kann? Auch für die Rechtfertigung des Kostenfaktors gegenüber den Krankenkassen lassen sich folgende Argumente anführen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Die Kenntnis des Gendefektes besitzt ihren Wert an sich und schließt eine zufällige Kombination aus einer Hörbehinderung und einer RP aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Hinsichtlich einer Familienplanung ist es heute schon möglich, bei dem gesunden Partner eines Usher-Betroffenen festzustellen, ob er möglicherweise Überträger des gleichen defekten Usher-Gens ist. Dies ist zu bedenken, wenn der Partner aus einer Risikofamilie mit ebenfalls vom Usher-Syndrom Betroffenen stammt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Immerhin 10% aller Kinder mit angeborener Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit werden später einmal eine Netzhautdegeneration entwickeln. Ein genetisches Screening im Kindesalter kann solche syndromalen Fälle sicher ausschließen oder im Detail bestimmen. Damit können auch jahrelang durchzuführende Verdachtsuntersuchungen des Augenhintergrundes vermieden werden. Im Ausschlussfall eröffnen sich den Kindern trotz Schwerhörigkeit oder Gehörlosikeit alle verbleibenden beruflichen Möglichkeiten mit voller Sehfähigkeit. Im anderen Falle können und müssen rechtzeitig die geeigneten Bildungswege und Sehhilfsmittel bereitgestellt und die Berufswahl weiter eingegrenzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;4. Mit der Genanalyse können weitere syndromale Formen, beispielsweise mit begleitenden schweren Herz- oder Nierendefekten rechtzeitig festgestellt und behandelt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;5. Bei einer Reihe von Usher-Patienten liegt nur eine Punktmutation in Form eines irrtümlichen Stopp-Codons vor. Es wird an Verfahren gearbeitet, diese vorzeitigen Stopp-Codons zu überlesen und so die Exprimation eines vollständigen Proteins zu ermöglichen. Diese wären die ersten Kandidaten für eine Gentherapie. Eine noch anstehende Aufgabe ist die Aufklärung der Korrelation von Phänotyp (Schweregrad und Verlauf der Erkrankung) und dem Genotyp. Viele der nach und nach kartierten Usher-Mutationen sind neu und ihre klinischen Auswirkungen sind noch unbekannt. Ein 2010 an der Berliner Charité begonnenes Projekt widmet sich dieser Frage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Quelle: Hanno-J. Bolz, Anne-Francoise Roux: Clinical Utility Gene Card for: Usher Syndrome, European Journal Of Human Genetics, Advance Online Publication (9. März 2011).&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nähere Informationen: &lt;a href=&quot;http://www.bioscientia-humangenetik.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.bioscientia-humangenetik.de&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/gen&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;gen&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/analyse&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;analyse&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/genforschung&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;genforschung&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/gentherapie&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;gentherapie&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 23 Nov 2011 07:58:22 +0000</pubDate>
 <dc:creator>chrissie</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">96 at http://archiv.leben-mit-usher.de</guid>
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 <title>Gentherapie für Usher 1B</title>
 <link>http://archiv.leben-mit-usher.de/publikationen/medizin/usher-1b</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; property=&quot;content:encoded&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Quelle: &lt;a href=&quot;http://www.blindness.org&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.blindness.org&lt;/a&gt; (Februar 2004). Dt. von Dr. H.-J. Krug&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Usher-Syndrom 1B entsteht durch Mutationen des menschlichen MYO7A-Gens. Eine Gentherapie für diese Erkrankung entwickeln die Forscher David S. Williams (University of California, San Diego) und Dr. Xian-Jie Yang (University of California, Los Angeles) mit Unterstützung der Foundation Fighting Blindness (FFB) und des National Eye Institute (NEI). Für diesen Zweck bauten sie das gesunde Usher 1B-Gen in einen so genannten viralen Transportvektor ein. Dieser MYO7A-Vektor wird dann verwendet, um das Gen in die Zellen der Netzhaut zu übertragen. Man hofft, dass das gesunde Gen dann dort auch abgelesen und die Krankheit schließlich verhindert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Usher 1B ist die häufigste Form der kombinierten Blindheit und Gehörlosigkeit beim Menschen. Es resultiert aus Schädigungen des Gens, das ein Protein namens Myosin VIIa (MYO7A) verschlüsselt. Obwohl die Rolle von Myosin VIIa unbekannt ist, glauben viele Forscher, dass es eine Transportfunktion innerhalb der Photorezeptorzellen (PR) und der Zellen des retinalen Pigmentepithels (RPE) ausübt.&lt;/p&gt;
&lt;h3&gt;Der Ansatz&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Forscherkollegen Williams und Yang entwickeln gerade einen viralen Transportvektor, um das normale MYO7A Gen in die PR- und RPE-Zellen einzuschleusen. Die Arbeiten werden an Mäusen durchgeführt. Dieser Vorgang ist deshalb extrem schwierig, da der MYO7A-Vektor speziell auf die PR- und RPE-Zellen ausgerichtet werden muss. Eine große Herausforderung ist die genaue Anpassung der freigesetzten Menge an MYO7A in jedem Zelltyp, da ein Zuviel die Zellen beschädigen und ein Zuwenig keinen Behandlungseffekt bringen würde.Eine Schwierigkeit bei dem in den Experimenten verwendeten Mausmodell (Shaker-1) liegt darin, dass die Mäuse zwar ein defektes MYO7A-Gen tragen und klinisch taub sind, degenerative Veränderungen der Netzhaut aber nur schwer nachweisbar sind. Es müssen eigens Labortests entwickelt werden, um solche kaum messbaren therapeutischen Verbesserungen „herauszukitzeln“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erfreulicherweise können RPE-Zellen in Kulturen gezüchtet werden. Dr. Williams und Dr. Yang haben ein System entwickelt, in dem MYO7A-Vektoren in kultivierte RPE-Zellen der Shaker-Maus eingebracht werden. Gewöhnlich produzieren die durch den Defekt mutierten Zellen kein MYO7A. Es ist jedoch mit Hilfe eines spezifischen Antikörper möglich nachzuweisen, ob sich nach der Behandlung mit dem MYO7A-Vektor das MYO7A-Protein in den Netzhautzellen gebildet hat. Andere Tests werden gerade entwickelt, um die therapeutische Wirksamkeit auch beim lebenden Mausmodell zu beurteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dr. Williams und Dr. Yang begannen das laufende Forschungsprojekt mit einer Zuwendung durch die Foundation Fighting Blindness. Es wird jetzt als Pilotvorhaben durch das National Eye Institute (NEI) finanziert, um das virale Transportvektor-System der Usher 1B-Gentherapie zu verbessern und die so ausgelöste Produktion des MYO7A-Proteins zu optimieren. Diese Verbesserungen werden fortgesetzt durch Arbeiten sowohl an Zellkulturen als auch an lebenden Mäusen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/usher&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;usher&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot; rel=&quot;dc:subject&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/gentherapie&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;gentherapie&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 23 Nov 2011 07:41:06 +0000</pubDate>
 <dc:creator>chrissie</dc:creator>
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